Kommentar zur Stabilität der Netze

Stromspeicher: Jetzt ist die Politik am Zug

Eine Solaranlage auf dem Bosch-Parkhaus in Stuttgart.

Vergangene Woche war es wieder so weit: Dunkelflaute. Die Netzbetreiber fürchten sich vor diesen Phasen, die häufig Anfang November auftreten, wenn die Sonne früh untergeht und wenig Wind weht. Die deutsche Energie­erzeugung mit ihrem hohen Ökostrom­anteil kommt dann an ihre Grenzen – und die Strompreise an der Börse schießen in die Höhe.

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Für Kritiker sind Dunkelflauten der Beweis dafür, dass die Energiewende nach deutschem Vorbild nicht funktioniert und neue Atommeiler die Grundlast übernehmen müssen. Wirtschafts­minister Robert Habeck hingegen forderte einen noch schnelleren Ausbau der Windkraft, um Knappheits­phasen besser überstehen zu können.

Der Weisheit, letzter Schluss sind beide Konzepte nicht. Neue Kernkraftwerke sind derart teuer in Bau und Versicherung, dass der Strom aus ihnen kaum zu bezahlen ist. Und wenn der Wind deutschlandweit nicht weht, nützt auch eine Verdoppelung der Rotor­anlagen wenig.

Was hingegen wirklich helfen würde, wäre ein massiver Ausbau der Batterie­kapazität. Die Technologie­sprünge bei den Akkus sowie ihr aktueller Preisverfall wecken Hoffnungen, dass diese Technik viel schneller als bisher gedacht im großen Maßstab bereitstehen könnte.

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Der Clou: Durch die Preis­schwankungen an den Strombörsen finanzieren sich die Akkus weitgehend selbst, indem sie bei niedrigen Preisen aufladen und bei hohen Preisen den Strom ins Netz abgeben. Durch diese Eigenschaft werden Speicher nicht nur für die Betreiber lukrativ, sondern auch volks­wirtschaftlich interessant. Zumindest ein Teil des teuren und langwierigen Netzausbaus könnte dadurch überflüssig werden.

Um das Potenzial der Batterien so schnell wie möglich zu heben, ist nun die Politik gefordert. Das komplizierte und in Teilen Investitionen verhindernde System der Steuern und Abgaben auf Strom muss schleunigst so reformiert werden, damit sich der Aufbau zusätzlicher Batterie­kapazitäten lohnt. Das gilt für Großanlagen wie für private Speicher – und Elektroautos. Für den Erfolg der Energiewende wäre es geradezu fahrlässig, auf diese naheliegende Option zu verzichten.

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