SC Freiburg im Europa-League-Finale

Der Gegenentwurf zu Europas Geldadel

Ausgelassene Freude in der Europa League: Igor Matanovic (Mitte) feiert mit den Fans den Finaleinzug.

Selbst der Platzsturm am späten Donnerstagabend setzte neue Maßstäbe. Als die Fans des SC Freiburg den Einzug ins Finale der Europa League feierten und auf den Rasen rannten, blieb Chaos aus. Nach dem 3:1 gegen den SC Braga, das die 1:2-Niederlage aus dem Hinspiel wettmachte und somit die Endspielteilnahme sicherte, bewahrte der Anhang der Breisgauer den nötigen Respekt und zog sich nach wenigen Minuten ausgelassener Freude friedlich zurück.

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Bilder, die das Umfeld des Sport-Clubs treffender nicht beschreiben könnten. Inmitten des durchweg kommerzialisierten Fußballs mit seinen teils absurden Auswüchsen hat sich unweit der Schweizer Grenze ein Bundesligist mit harter Arbeit und Treue zur eigenen Identität konsequent entwickelt, um vom internationalen Titel träumen zu dürfen.

Alle im Breisgau wissen, was der Klub braucht

Möglich ist das, weil alle handelnden Personen schon lange da sind oder man Nachwuchs (auf und neben dem Platz) selbst ausbildet. Bestes Beispiel: Coach Julian Schuster, der von seinem Vorgänger, der Trainerlegende Christian Streich, an diesen Job herangeführt wurde. Alle im Breisgau wissen eben genau, was der Klub braucht.

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Die Krönung steht noch aus, nach Eintracht Frankfurt im Jahr 2022 will der SC der zweite deutsche Europa-League-Sieger werden. Genau wie die Hessen könnten auch die Freiburger damit das schaffen, was über die Liga in vielen Jahren oft knapp verpasst wurde: die erstmalige Teilnahme an der Champions League.

Sich in die Königsklasse zu spielen, wäre ökonomisch lohnenswert. Dann würde man auf Europas Geldadel und reiche Scheichklubs treffen. Dass man mit bescheidenen Mitteln mithalten kann, zeigte man dabei gerade: Im Endspiel wartet Aston Villa, Zweiter in puncto Marktwerte der diesjährigen Europa-League-Teilnehmer mit 547,5 Millionen Euro; im Halbfinale besiegten die „Villans“ den englischen Premier-League-Rivalen Nottingham Forest, der das wertvollste Team (568 Millionen Euro) stellte.

Freiburg hingegen steht mit 171 Millionen Euro unter den diesjährigen Europa-League-Teilnehmern nur auf Rang 12 - und greift jetzt als Finalist trotzdem nach dem Pokal.