Gewitter und Starkregen: Überflutete Keller, Blitzeinschläge und Aquaplaning-Unfälle
Schwere Gewitter und Starkregen haben in der Nacht zum Dienstag im Osten und Süden Bayerns etliche Feuerwehr- und Polizeieinsätze ausgelöst. In Niederbayern führten die Niederschläge vor allem in der Gegend um Straubing vielerorts zu überfluteten Kellern und Straßen. Auch in Oberbayern habe es einige Überschwemmungen gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei. Demnach waren etwa Weilheim und Rosenheim betroffen. In Gars am Inn brannte am späten Montagabend ein Sägewerk. Die Polizei vermutete einen Blitzeinschlag als Ursache für das Feuer.
Wegen eines Blitzeinschlags fiel am Montagabend auch der Strom in Teilen von Augsburg aus, wie die Polizei am Dienstagmorgen mitteilte. Laut den Stadtwerken wurden zwei Umspannwerke lahmgelegt. In der Innenstadt und im Osten Augsburgs blieben die Menschen für etwas mehr als eine Stunde ohne Elektrizität.
In München rückte die Feuerwehr wegen des Starkregens aus, wie ein Feuerwehrsprecher am Morgen mitteilte. Bei den fünf bis sechs Einsätzen waren sie demnach mit Wasser im Keller und überschwemmten Straßen beschäftigt gewesen.
Zwei Unfälle bei Augsburg wegen Aquaplanings
Auf der Autobahn 8 in Schwaben gab es bei dem starken Regen am Montagabend zwei Unfälle wegen Aquaplanings. Sie ereigneten sich im Landkreis Augsburg zwischen Zusmarshausen und Adelsried, wie ein Polizeisprecher berichtete. Verletzt wurde dabei niemand. Bei Bad Grönenbach wurde zudem eine Straße überschwemmt.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für Montagabend für Schwaben und Oberbayern eine Unwetterwarnung herausgegeben. Es könne auch hageln und gewittern – Bäume, Hochspannungsleitungen, Gerüste und andere Objekte könnten umstürzen, Äste und Dachziegel herabgerissen werden. Straßen, Unterführungen und Keller könnten überflutet werden. Der DWD warnte auch vor Erdrutschen sowie Aquaplaning.
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Motorradfahrer stirbt nach Sturz auf nasser Straße
Im Odenwaldkreis in Hessen kam ein Motorradfahrer nach einem Sturz auf nasser Fahrbahn ums Leben. Der 58-Jährige war am Montagabend bei Regen mit seiner Maschine auf der B47 bei Reichelsheim unterwegs gewesen, wie die Polizei am Dienstagmorgen mitteilte. Er sei mit den Witterungsverhältnissen nicht angepasster Geschwindigkeit gefahren und mit seinem Motorrad weggerutscht. Der Mann erlag seinen Verletzungen trotz Reanimationsversuchen noch an der Unfallstelle.
Dach von Supermarkt in Grimmen eingesackt
In der Kleinstadt Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern gab es nach Angaben des Bürgermeisters Marco Jahns (CDU) am Montagabend rekordverdächtige Regenfälle. „So viel Regen gab es wohl noch nie, das schafft kein Kanal“, sagte der Kommunalpolitiker der „Ostsee-Zeitung“. Nach Angaben der Feuerwehr fielen in der Nacht bis zu 115 Liter pro Quadratmeter. „Die ganze Stadt stand unter Wasser. Es kam aus jedem einzelnen Gully“, erklärte Olaf Clasen, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr. Keller seien vollgelaufen, Straßen und Tiefgaragen hätten unter Wasser gestanden. Zudem sei das Dach eines Supermarktes eingesackt. Die Höhe des Gesamtschadens könne noch nicht abgeschätzt werden.
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Zur vollständigen AnsichtAuch in Schwerin musste die Feuerwehr in der Nacht zu zahlreichen, allerdings nicht übermäßig vielen Einsätzen ausrücken. Insgesamt 21-mal seien die Einsatzkräfte wetterbedingt gerufen worden, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle am Dienstagmorgen. Dabei habe es sich ebenfalls hauptsächlich um überflutete Straßen oder vollgelaufene Keller gehandelt.
Sturzbäche und Schlammlawinen in Hameln-Pyrmont und Holzminden
Ein Gewitter setzte am Montagabend Teile der Landkreise Hameln-Pyrmont und Holzminden in Niedersachsen unter Wasser und löste eine Vielzahl von Feuerwehreinsätzen aus. Das berichtete die „Deister- und Weserzeitung“. In der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle wurde demnach eine Sonderlage ausgerufen. In Ockensen (Gemeinde Salzhemmendorf) lief die Dorfmitte voll. Von drei Seiten seien Sturzbäche in das Dorf gelaufen. Geröll und Schlamm seien zurückgeblieben und mit mehreren Radladern von den Straßen geschoben worden.
Aquaplaning-Unfall auf der A7 bei Göttingen
Auf der Autobahn 7 bei Göttingen in Niedersachsen behinderte starker Regen den Verkehr. Ein Auto geriet deshalb auf der nassen Fahrbahn ins Schleudern, blieb mittig auf der Spur stehen und wurde von einem Lkw gerammt, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Auf der Strecke herrschte Aquaplaning. Verletzt wurde niemand, allerdings machte das große Trümmerfeld umfangreiche Räum- und Bergungsarbeiten zwischen den Anschlussstellen Northeim-West und Northeim-Nord nötig.
Am Dienstag soll sich das Wetter zumindest vorübergehend etwas beruhigen. Laut Deutschem Wetterdienst sind bis zum Vormittag von der Ostsee bis in den östlichen Mittelgebirgsraum aber noch schauerartiger Regen und einzelne Gewitter möglich. Im Laufe des Vormittags ziehen die Gewitter und Schauer im Osten und Südosten Deutschlands dann nordostwärts ab. Sonst soll es wechselnd bewölkt und häufig trocken bleiben. Auch im Norden können einzelne Schauer und Gewitter auftreten. Im Westen und Nordwesten bewölkt es sich zum Nachmittag, zum Abend kann es Regen geben. Am Mittwoch kann sich der Osten laut DWD über eine Regenpause freuen, während sich die Menschen im Westen auf neue Schauer, Gewitter und viele Wolken einstellen müssen. Im Nordwesten besteht eine geringe Unwettergefahr.
RND/nis/dpa