Neuseeland: Polizei ermittelt nach Fund von Kleinkind in Koffer
Wellington. Ein zweijähriges Mädchen ist in Neuseeland von einem Busfahrer lebend in einem Koffer eingesperrt entdeckt worden. Nun ist die Mutter des Kindes festgenommen worden, wie die Polizei am Montag mitteilte.
Ihr wird Misshandlung und Vernachlässigung des Kindes vorgeworfen. Sie soll noch am Montag vor Gericht erscheinen.
Der Busfahrer hatte am Sonntag Bewegungen in dem Koffer bemerkt, als ein Fahrgast bei einem Halt in der Gemeinde Kaiwaka nördlich von Auckland um Zugang zum Gepäckraum gebeten hatte. Als der Fahrer den Koffer öffnete, entdeckte er das Mädchen, wie Simon Harrison von der Polizei mitteilte.
Überhitzt, aber körperlich unversehrt
Das Kind sei überhitzt gewesen, habe ansonsten aber körperlich unversehrt gewirkt. Es wurde am Sonntagabend in ein Krankenhaus gebracht. Die Zeitung „New Zealand Herald“ zitierte aus Gerichtsdokumenten, in denen es hieß, das Verhalten der Frau hätte viele negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Kleinkindes nach sich ziehen können, „darunter Erstickung, Kohlenmonoxidvergiftung, Hitzeerschöpfung und psychisches Trauma“. Die mutmaßliche Tat stelle eine „erhebliche Abweichung“ von der Sorgfaltspflicht dar, die von einer vernünftigen Person erwartet werde.
„Wir möchten dem Busfahrer unsere Anerkennung und unser Lob aussprechen, weil er sofort Maßnahmen ergriff, als er bemerkte, dass etwas nicht stimmte - und dadurch womöglich weitaus Schlimmeres verhindert werden konnte“, wurde der örtliche Polizeisprecher Simon Harrison in der Zeitung zitiert.
RND/AP/dpa