Gates-Stiftung: Superreiche sollen Geld spenden – mehr und schneller
New York. Der Chef der Stiftung von Bill und Melinda Gates hat Milliardäre zu einer größeren Spendenbereitschaft für die Bekämpfung von Ungleichheit in der Welt aufgerufen. Sie müssten noch mehr Geld geben und dies schneller tun, mahnte Mark Suzman in seinem jährlichen Brief, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Darin pries er den im vergangenen Jahr gestorbenen Unternehmer und Philanthropen Chuck Feeney als Vorbild, dessen karitatives Engagement neben Bill Gates und dessen Ex-Frau Melinda French-Gates auch Starinvestor Warren Buffett inspirierte.
Feeney machte mit Duty-free-Shops ein Vermögen und spendete noch zu Lebzeiten 8 Milliarden Dollar (rund 7,3 Milliarden Euro), das meiste davon anonym. „Er hat uns allen gezeigt, wie die Handlungen einer großzügigen Person die Räder für Generationen des Fortschritts in Bewegung versetzen können“, schrieb Suzman über Feeney.
Gates Foundation will 8,6 Milliarden Dollar spenden
Die Gates Foundation selbst kündigte kürzlich an, in diesem Jahr 8,6 Milliarden Dollar für wohltätige Zwecke zu spenden. Dies entspricht dem bisher größten Budget der Stiftung. Im kommenden Jahr soll der Haushalt sogar auf 9 Milliarden Dollar steigen und auf diesem Niveau verharren. Die Ankündigung der Gates-Stiftung fällt zugleich in eine Zeit, in der Non-Profit-Organisationen Rückschritte bei der Bekämpfung von Armut, heilbaren Krankheiten und Hunger in der Welt hinnehmen müssen. Die Entwicklung führen Expertinnen und Experten auf die Folgen der Corona-Pandemie, den Ukraine-Krieg und den hohen Schuldenstand in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen zurück.
RND/AP