Affäre bei Coldplay-Konzert entlarvt: Das sagt die Frau, die das Video hochgeladen hat
Eigentlich wollte Grace Springer aus New Jersey nur mit ein paar Freunden zum Coldplay-Konzert im Gillette Stadium in Boston gehen. Doch als sie ihr Handy zückte und ein Pärchen auf der sogenannten Kiss-Cam filmte, ahnte sie nicht, was sie damit auslösen würde.
In dem Clip, den sie später auf TikTok teilte, sieht man, wie die sogenannte Kiss-Cam durch das Publikum schwenkt. Die Kamera stoppt bei einem Pärchen, das sich innig umarmt. Doch was Grace nicht wusste: Die beiden Personen auf dem Bildschirm sind Andy Byron, verheiratet und seit Juli 2023 CEO der über 1,3 Milliarden US-Dollar schweren Softwarefirma Astronomer, und seine HR-Chefin Kristin Cabot. Sie trat erst neun Monate zuvor als Chief People Officer ins Unternehmen ein. Auf LinkedIn rühmt sich Cabot damit, „Vertrauen auf allen Ebenen zu gewinnen“.
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Zur vollständigen AnsichtIn dem Video sieht man, wie Coldplay-Frontmann Chris Martin ins Mikro sagt: „Oh, schaut euch die zwei an“, bevor es unangenehm wird: Byron lässt abrupt von Cabot ab, versteckt sich, Cabot verdeckt sich das Gesicht. „Entweder sie haben eine Affäre oder sie sind sehr schüchtern“, kommentierte Martin. Im Publikum bricht schallendes Gelächter aus.
„When you try your best and you don’t succeed“
Auch in den sozialen Netzwerken ließen die Reaktionen nicht lange auf sich warten. Ein neues Meme sei geboren, scherzten Nutzer und verglichen Byron mit dem berühmten Homer-Simpson-Meme, bei dem sich dieser rückwärts in eine Hecke verkriecht.
„When you try your best and you don’t succeed“ („Wenn du dein Bestes gibst und es nicht reicht“), zitierte eine Nutzerin aus dem Coldplay-Song „Fix You“. Ein anderer Nutzer fragte an den mutmaßlichen CEO gerichtet: „Musst du wieder länger arbeiten?“.
„Ich fand nur ihre Reaktion interessant“
Das Video der Konzert-Szene hat inzwischen die sozialen Medien überschwemmt. Diejenige, die den Clip hochgeladen hat, zeigte sich komplett überrascht von der Aufmerksamkeit. „Ich hatte keine Ahnung, wer die beiden waren“, sagte Springer gegenüber der „U.S. Sun“. „Ich fand nur ihre Reaktion auf die Kiss-Cam interessant und wollte das teilen.“
Noch bevor sie schlafen ging, verzeichnete ihr Video bereits Tausende Aufrufe – am nächsten Morgen waren es Millionen. „Ich war komplett überwältigt“, sagt Springer. Der Clip ging komplett durch die Decke, mit fast 112 Millionen Aufrufen und rund 9,7 Millionen Likes innerhalb von vier Tagen auf TikTok.
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Zur vollständigen AnsichtEin paar Tage nach dem Knall meldete sie sich auf TikTok nochmal persönlich zu Wort: „Hey TikTok, ich bin’s – das Mädchen, das das Coldplay-Video hochgeladen hat.“ Nein, reich geworden sei sie nicht: „Sagen wir’s so: Ich könnte euch nicht mal zum Essen einladen.“
Kurz darauf sagt sie nachdenklich: „Ich bin froh, dass ich euch ein bisschen Internet-Entertainment liefern konnte. Aber vergesst nicht: Da sind echte Menschen betroffen, wie Andys Frau und Familie.“
Astronomer-CEO tritt nach Kiss-Cam-Eklat zurück
Ob das Video private Konsequenzen für den Chef der Software-Firma und seine Personalmanagerin hatte, ist aktuell nicht klar. Beruflich dagegen schon. Byron ist inzwischen seinen Job los. Er habe seinen Rücktritt angeboten und dieser sei vom Verwaltungsrat angenommen worden, teilte das Unternehmen Astronomer mit.
Das Unternehmen wird nun kommissarisch von einem Mitgründer geführt und sucht nach einem neuen Chef. Byron wurde zuvor bereits beurlaubt.
Der Website „Axios“ zufolge wurde auch die Personalmanagerin, zu der sich das Unternehmen selbst bisher nicht äußerte, beurlaubt.
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Zur vollständigen AnsichtAstronomer hatte sich erst mit Verzögerung zu dem Eklat gemeldet und zunächst eine Untersuchung angekündigt. Die Reaktion der Firma sei durch Rücktritts-Verhandlungen mit dem Chef verzögert worden, hieß es unter Berufung auf eine informierte Person. US-Unternehmen haben oft strikte Regeln gegen Beziehungen zwischen Mitarbeitern.
Eine andere Frau, die im Video zu sehen ist, wurde in den Sozialen Medien aber zu Unrecht als eine weitere Mitarbeiterin des Unternehmens benannt. Wie Astronomer betont, gehöre sie nicht dem Konzern an. Generell seien keine anderen Beschäftigten des Unternehmens in dem Clip zu sehen.
Fan: „Ein Teil von mir fühlt sich schlecht“
Gerüchte, der Moment sei inszeniert gewesen, wurden auch von der Konzertcrew entschieden zurückgewiesen. Ein Mitglied des Produktionsteams erklärte: „Die Kamera sucht zufällig Zuschauer aus – es war reiner Zufall. Es gibt einen Editor im Hintergrund, der die Szenen auswählt, aber niemand wusste, wer diese Leute waren.“
Grace, die sich als großer Coldplay-Fan bezeichnet, hat gemischte Gefühle: „Ein Teil von mir fühlt sich schlecht, dass ich ihr Leben auf den Kopf gestellt habe, aber: Wer dumme Spiele spielt, gewinnt dumme Preise. Ich hoffe, ihre Partner können heilen und eine zweite Chance bekommen.“
Und an den Sänger von Coldplay gerichtet: „Chris Martin, falls du das hier siehst: Sorry für das ganze Drama.“ Wenn er sie einmal nach Wembley einlade, verspreche sie, ihr Handy wegzupacken.
mit dpa